Irre und Verrückt. Die Psychische Störung

In unserer Gesellschaft wird gerne von abnormal, irre oder verrückt gesprochen. Nahezu jeder Mensch hatte schon einmal Berührungspunkte mit einer psychischen

Störung. Nicht jedem Betroffenen merkt man eine Beeinträchtigung an. Solange er »funktioniert« und er sich unauffällig in seiner Umwelt verhält, gilt er als gesund.

 

Doch wann genau liegt eine psychische Störung vor? Ab wann kann man von dieser sprechen?

 

Sobald die kognitiven und emotionalen Prozesse, sowie das Verhalten beeinträchtigt ist, ist dieses ein erstes Indiz für eine seelische Störung.

Ein weiterer Anhaltspunkt ist, wenn der Betroffene einen hohen Leidensdruck schildert und er Einschränkungen in der subjektiven und objektiven Lebensqualität aufweist.

Sehr schwerwiegend wird es, wenn der Mensch behindert wird in der Alltagsbewältigung und alltägliche Dinge wie z.B. das Einkaufen zu einem nahezu unlösbaren Problem werden. Häufig ist dieses bei Zwangsstörungen der Fall.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen einkaufen gehen, und kaum haben sie das Haus verlassen müssen sie zurücklaufen, weil Sie nicht sicher sind, ob Sie auch die Wohnungstür abgeschlossen haben.

Oder sie müssen ständig alle Steinplatten zählen, die sie betreten.

 

Fachleute unterscheiden zwischen sieben Kriterien beim Diagnostizieren einer psychischen Störung.

 

  1. Wie groß ist das Leiden und oder die Behinderung des Individuums?

Einschränkungen in der Handlungsfähigkeit des Patienten

 

  1. Unangepasstheit

Die Person verhält sich auf einer Art und Weise, die sie an der Erreichung ihrer Ziele hindert.

 

  1. Irrationalität

Eine Person äußert sich auf eine Art und Weise, die für seine Umwelt irrational und mehr als unverständlich ist. Dieses kann der Fall sein, wenn die Person auf Stimmen reagiert, die nur er hört.

 

  1. Unvorhersehbarkeit

Das Verhalten der Person wird unvorhersehbar und unberechenbar.

 

  1. Unkonventionalität und statistische Seltenheit

Das Verhalten des Individuums wirkt verletzend auf seine soziale Umwelt. Es ist weder akzeptabel noch erwünscht.

 

  1. Unbehagen beim Beobachter

Die Person ruft durch ein bestimmtes Verhalten Unbehagen bei anderen Menschen hervor. Hierbei kann es sich um Menschen handeln, die sich mitten in der Innenstadt halb oder gar ganz ausziehen und anfangen für uns wirres Zeug zu reden.

 

  1. Verletzung von gesellschaftlichen Standards.

Eine Person verhält sich unangepasst in der Öffentlichkeit. Er besucht z.B ein Theaterstück nur in Badehose bekleidet oder uriniert ungeniert vor einen geöffneten Supermarkt.

 

In der Regel wird von Fachleuten eine psychische Störung erst dann diagnostiziert, wenn mehrere Kriterien auf eine Person zutreffen. Wichtige Faktoren sind hierbei die Häufigkeit und die Ausgeprägtheit des Faktors.

 

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© Stefan Gatzemeier