Depression. Es kann jeden treffen!

Laut der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) leiden derzeit 350 000 Millionen Menschen weltweit an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Spätestens im Jahr 2030 wird erwartet, dass die Depression die häufigste diagnostizierte Krankheit der Welt ist. Doch es betrifft ja immer die anderen, jedoch nie uns selber. So ähnlich dachte ich damals auch. Und wenn es einen getroffen hatte, schafft man es ja alleine aus dieser Abwärtsspirale heraus. Es mag hart klingen, schlagen sie sich genau diese zwei Sachen aus dem Kopf. Es ist unerheblich, ob sie Akademiker, Handwerker oder arbeitslos sind. Es trifft jede Bevölkerungsschicht. Einzig und allein die Auslöser können verschieden sein. Die Erkrankung aber ist gleich. Sollte man jene tückische und vielschichtige Krankheit bei ihnen erkennen, seien sie sich über eines gewiss: Sie bekommen Hilfe. Unerlässlich ist das Zulassen eben dieser. Es wird nicht ausreichend sein, zu einem Arzt und oder einem Therapeuten zu gehen. Nein, man muss aktiv bei einer Therapie jeglicher Art mithelfen. Sei es die Ratschläge anzunehmen und umzusetzen oder aber die verschriebenen Medikamente zu nehmen.

Häufig ist eine tückische Verlaufskurve der Erkrankung zu erkennen. Es kann sein, dass es dem Betroffenen oft in der ersten Tageshälfte sehr schlecht geht, und die Symptome sind besonders ausgeprägt, gegen Abend ist man auf einmal nahezu beschwerdefrei. Es ist durchaus möglich, dass die Beschwerden auch den ganzen Tag gleichbleibend sind. Ein Verschwinden der Krankheitssymptome über mehrere Tage ist durchaus normal. Oftmals ist es die Familie oder Freunde, die diese Krankheit bei ihnen entdecken. Bei mir waren es, durch Medien bekannt gewordene, Symptome wie Traurigkeit und Niedergeschlagenheit im Wechsel mit Aggressionen und Wut. Aber genauso Freudlosigkeit, Appetitlosigkeit und eine nie dargewesene Antriebslosigkeit können Indikatoren einer Depression sein. Ich entschloss mich, einen Test zu machen. Das Internet ist voll mit diesen von Ärzten und Psychologen erstellten Fragebögen und ich füllte drei verschiedene aus. Jeder Bogen ergab dasselbe Ergebnis: sofort behandlungsbedürftige Depression. Und genau ich machte den Fehler, vor welchem ich sie warnen möchte. Ich dachte auch, ich schaffe es alleine! Keine sechs Monate später war meine Ehe im Eimer und ich landete das erste Mal in einer Psychiatrie.

Häufigstes Merkmal bei den Betroffenen ist ebenfalls das negative Denken. Das ganze Leben wird pessimistisch gesehen. Die Gedanken drehen sich oft nur noch im Kreis. Meist über Sachen, die in der Vergangenheit liegen und nicht mehr beeinflusst werden können. Einhergehend mit dem Gedankenkreisen, dem sogenannten „Grübeln“, ist die Konzentrationsstörung und eine mögliche Schlafstörung. Ein charakteristisches, schwerwiegendes und gefährliches Gefühl ist die Sinnlosigkeit. Der Patient glaubt in diesem Stadium schon nicht mehr an seine Genesung. Trotzdem fallen ihm Entscheidungen schwer, aus Angst Fehler zu machen. Was wiederum als eigenes Unvermögen gesehen wird. Dass Ganze führt unter Umständen bis zu einem suizidalen Denken.

 

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© Stefan Gatzemeier